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Margarete Kessler

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Margarete Kessler
First name Margarete
Last name Kessler
Gender feminin
Birth 10 December 1907 (Stallupönen)
These Über Abhängigkeit der Kapillarfunktion vom Lebensalter (12 April 1935)
Licence to practise medicine 20 February 1935
Profession Arzt

Title Dr. med

Spécialités Psychiatrie


Margarete Kessler war seit Herbst 1943 wissenschaftliche Assistentin an der Psychiatrischen Klinik der RUS und auf dem Gebiet der Kinder- bzw. Jugendpsychiatrie spezialisiert. Wie viele ihrer Kollegen folgte sie dem Klinikdirektor und Lehrstuhlinhaber August Bostroem aus Leipzig nach Straßburg.

Margarete Johanna Emma Kessler wurde am 10. Dezember 1907 in Ebenrode (Ostpreußen, bis 1938 Stallupönen, 1938 bis 1946 Ebenrode; heute Nesterow, Russland) geboren.[1] Sie war die Tochter des Kaufmanns Franz Kessler. In Ebenrode besuchte die sie höhere Mädchenschule und anschließend das Städtische Reform-Realgymnasium. Die Schule schloss sie 1928 mit der Note „gut“ bei der Reifeprüfung ab. Im Sommersemester des gleichen Jahres begann Margarete Kessler den vorklinischen Teil ihres Medizinstudiums in Marburg, Innsbruck und Kiel und bestand in der letztgenannten Stadt 1930 ihr Physikum. Die klinischen Semester folgten in Königsberg, wo sie auch im Februar 1934 das Staatsexamen mit „gut“ absolvierte. Am 12. April 1935 wurde sie mit einer Arbeit „Über Abhängigkeit der Kapillarfunktion vom Lebensalter“ promoviert und erhielt die Note „sehr gut“. Die Approbation wurde ihr am 20. Februar 1935 erteilt. Bereits ab 1936 gab Kessler eine nicht näher spezifizierte Mitarbeit in „Bund Deutscher Mädel“ (BDM) an. Am 1. Januar 1940 trat sie der NSDAP, dem NS-Ärztebund und dem NSD-Dozentenbund bei.[2] Den Einstieg ins Berufsleben fand Margarete Kessler an der Psychiatrischen und Nervenklinik in Königsberg unter August Bostroem, wo sie bereits einige Monate ihrer Praktikantenzeit verbracht hatte, und für die nächsten vier Jahre arbeitete. Bostroem nahm 1939 den Ruf auf den Leipziger Lehrstuhl an. Kessler folgte sie ihm am 1. Mai und hatte an der dortigen Universitätsklinik eine planmäßige Assistentenstelle inne.[2]

Nachdem August Bostroem am 15. Oktober 1942 offiziell die Leitung der Psychiatrischen und Nervenklinik der RUS übernommen hatte, bemühte er sich darum, möglichst viele seiner Leipziger Assistent*innen folgen zu lassen. Bereits seit spätestens seit Oktober 1942 liefen Verhandlungen mit der Leipziger Fakultät, um u. a. eine Freistellung Margarete Kesslers und deren Anstellung in Straßburg zu erwirken. Dies geschah vor allem vor dem Hintergrund, dass Bostroem für eine geplante „Kinderabteilung“, die an anderer Stelle auch als „psychiatrische Jugendabteilung“ bezeichnet wurde, in seiner Straßburger Klinik geeignetes Personal benötigte.[3] Es war weiterhin vorgesehen, dass Kessler von einer Leipziger Jugendpflegerin personell unterstützt werden sollte, die ebenfalls in der Straßburger Stellenplanung vorgesehen war. Dieses Vorhaben schien zunächst aufzugehen, nachdem die Einstellung Kesslers im April 1943 in greifbare Nähe rückte.[4] Nach unvorhergesehenen Ereignissen, die die bereits bestehenden gravierenden Personalengpasses in Leipzig zuspitzten, folgten Verhandlungen zwischen Bostroem einerseits und der Leipziger Fakultät sowie dem Sächsischen Ministerium für Volksbildung andererseits. Bostroem insistierte auch gegenüber dem Rektor der RUS mehrfach darauf, dass eine Einstellung der „spezialvorgebildeten“ Kessler unabdingbar sei, da er sonst in Straßburg die „vorgehabten Arbeiten nicht leisten“ könne.[5] Die Unterhandlungen zogen sich noch einige Monate hin, bis Margarete Kessler am 15. September 1943 endgültig aus dem Dienst der Psychiatrischen und Nervenklinik der Universität Leipzig ausschied, um ihre Stelle als „wissenschaftliche Assistentin“ in Straßburg antreten zu können. Obwohl damit nun zumindest eine ärztliche Fachkraft zur Verfügung stand, die „in die besonderen Verhältnisse der Kinderpsychiatrie eingearbeitet“ war,[6] wurde die geplante Abteilung nicht eröffnet. In der Psychiatrischen Klinik arbeitete Kessler auf diversen Stationen, eine feste Zuteilung des Personals scheint insbesondere im Jahr 1944 nicht mehr gegeben gewesen zu sein. Dort blieb sie wohl mehr oder minder bis zum Ende der „Reichsuniversität“ und der Befreiung Straßburgs am 23. November 1944.[7] Mit der teilweisen Verlagerung der RUS nach Tübingen,[8] wechselte Kessler zumindest zeitweise an die dortige Universitätsklinik.[9] Über ihre weitere Nachkriegskarriere ist nichts bekannt.[10]

Biography

Landmarks

Locations

Nationalities

Confessions

Publications

1907-12-10T00:00:00Z
Private life
Birth
1935-02-20T00:00:00Z
Private life
Licence to practise medicine
1935-04-12T00:00:00Z
Private life
Thesis
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References



  1. Hessisches Hauptstaatsarchiv Leipzig, 20031 Polizeipräsidium Leipzig
  2. 2,0 et 2,1 ABDR 1558W780, handschriftlicher Lebenslauf Margarete Kessler
  3. Aisling Shalvey, „History of Paediatric Treatment in the Reichsuniversität Straßburg (1941-1944)“ (Strasbourg, Université de Strasbourg, 2021). S. 179 f.
  4. ABDR 1558W780, Schmidt an den Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung 22. April 1943
  5. ABDR 1558W780, Bostroem an Rektor Schmidt 20. April 1943
  6. ABDR 1558W780, Schreiben Bostroems vom 9. November 1942 an den Kurator der RUS
  7. Ihre Unterschrift findet sich noch Ende Oktober 1944 in den Krankenakten der Psychiatrischen Klinik der RUS. Vgl. DHVS, Bibliothek, Krankenakte Nr. 27/483 Marie F. (1944)
  8. Joachim Lerchenmüller, „Das Ende der Reichsuniversität Straßburg in Tübingen“, Bausteine zur Tübinger Universitätsgeschichte, Nr. 10 (2005): 115–74.
  9. Mitglieder des Lehrkörpers und des Bürgerspitals, Reichsuniversität Straβburg, z.Zt. Tübingen, 26.3.1945 (Rektor Schrade), BArch, R 76 IV/27 (n. pag.)
  10. Das Registerblatt der Einwohnermeldekartei Leipzig weist keine Einträge nach 1943 auf. Als Kessler nach Straßburg ging, war sie ledig. Sollte sie nach Leipzig zurückgekehrt sein, geheiratet und ihren Familiennamen geändert haben, wäre ein ggf. neues Registerblatt unter diesem Namen abgelegt worden bzw. wäre auf dem alten Registerblatt der Name vermerkt und dieses neu alphabetisch einsortiert worden. Daher erscheint diese Option unwahrscheinlich. Hessisches Hauptstaatsarchiv Leipzig, 20031 Polizeipräsidium Leipzig.