Chronos chronos left.png
Rusmed logo color.png
Chronos chronos right.png

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Ferdinand Edler von Neureiter

From Commission Historique


Ferdinand Edler von Neureiter
First name Ferdinand Edler von
Last name Neureiter
Gender masculin
Birth 23 July 1893[14] (Budapest)
Death 7 June 1946[14] (Bad Peterstal/Schwarzwald)
Licence to practise medicine 1937
Profession Arzt

Title Prof.Dr.med.Dr.med.h.c.

Spécialités Gerichtsmedizin, Kriminalistik


Ferdinand Edler von Neureiter war ordentlicher Professor für gerichtliche Medizin und ärztliche Recht- und Standeskunde und Direktor des Instituts für gerichtliche Medizin und Kriminalistik an der Reichsuniversität Straßburg.

Biography

Ferdinand Edler von Neureiter wurde am 23. Juli 1893 in Budapest geboren. Sein Vater war Ingenieur und Generaldirektor der österreichisch-ungarischen Siemens-Schuckert-Werke.[1]

Neureiter studierte zwischen 1912 und 1914 und 1919 und 1920 Medizin in Wien, unterbrochen durch den Militärdienst.[1] Am 26.7.1920 wurde er promoviert. Zwischen 1921 und 1922 arbeitete er als Assistent und Prosektor am gerichtlich-medizinischen Institut der Universität Wien und erwarb die venia legendi bei Albin Haberda.[2]

Zum 1.1.1923 ging Neureiter nach Riga, wo er als außerordentlicher Professor für gerichtliche Medizin das neu gegründete gerichtsmedizinische Institut mit aufbaute.[2]

1937 trat er eine Stelle als Leiter der neu etablierten „Kriminalbiologischen Forschungsstelle beim Reichsgesundheitsamt“ in Berlin an und wurde Regierungsrat.[3] Gleichzeitig lehrte er ab dem 1938 als nicht besoldeter außerordentlicher Professor für Kriminalbiologie an der Universität Berlin.[4]

Den Zweck der Kriminalbiologie sah Neureiter darin, durch die „planmäßige Erforschung der Wesensart krimineller Persönlichkeiten“ zur „Strafrechts- und der Erb- und Rassenpflege des deutschen Volkes“ beizutragen.[3] [5] So wurde unter seiner Federführung der „kriminalbiologische Akt“ eingeführt, ein 18-seitiger Fragebogen über jeden Gefangenen, der in den Untersuchungsstellen vor Ort auszufüllen und an die Kriminalbiologische Forschungsstelle sowie an die Gesundheitsämter weiterzuleiten war. [6]

Diese "Erbbestandsaufnahme" des Volkes sollte nicht nur als Grundlage für Gutachten ärztlicher Sachverständiger dienen, sondern auch für die vom Gesetzgeber zu beschließenden “ausmerzenden und fördernden Maßnahmen um der Volksaufartung willen”.[7] In diesem Sinne oblag Neureiters Forschungsstelle auch die Dokumentation und Verbesserung des Verfahrens der Zwangskastration („Entmannung“) von “gefährlichen Sittlichkeitsverbrechern” auf der Basis des zum 1.1.1934 eingeführten „Gesetz gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher und über Maßregeln der Sicherung und Besserung“.[8] [9]

Zum 20.10.1939 folgte Neureiter einen Ruf auf den Lehrstuhl für gerichtliche Medizin an der Universität Hamburg.[10]

1941 wurde er auf das Ordinariat für gerichtliche Medizin und ärztliche Recht- und Standeskunde an die Reichsuniversität Straßburg berufen. Im Frühjahr 1942 schloß er mit dem städtischen Gesundheitsamt Straßburg einen Dienstvertrag für eine Nebentätigkeit als Gerichtsarzt und Gutachter.[11]

1944 musste sich Neureiter, schwer erkrankt, in ein Sanatorium in St. Blasien begeben. Im Sommersemester 1944 vertrat ihn Fritz Hausbrandt in Straßburg.[11] Er starb schließlich am 7.6.1946 in Peterstal im Schwarzwald. [3]

Mitgliedschaften:

NSDAP (Nr. 7 547 524); NS-Ärztebund.[12]

Korrespondierendes Mitglied der Leopoldina; Ehrendoktorwürde der Universität Riga [13]

Landmarks

Locations

Nationalities

Confessions

Publications

  • von Neureiter, Ferdinand. Eine tödliche Physostigminvergiftung. Deutsche Zeitschrift für die Gesamte Gerichtliche Medizin 1 (1922) : 517-521
  • von Neureiter, Ferdinand. Kieselsteine unter der Haut von Wasserleichen. Deutsche Zeitschrift für die gesamte gerichtliche Medizin 1 (1922) : 359-361
  • von Neureiter, Ferdinand. Zur Praxis der Schießversuche. Deutsche Zeitschrift für die gesamte gerichtliche Medizin 1 (1922) : 638-641
  • von Neureiter, Ferdinand. Zur Bekämpfung der Gefährdung durch den elektrischen Strom. Deutsche Zeitschrift für die gesamte gerichtliche Medizin 3 (1924) : 539-544
  • von Neureiter, Ferdinand ; Herschan, Otto. Die gerichtsärztliche Untersuchung des gesunden und kranken Menschen. Berlin : Urban & Schwarzenberg, 1927
  • von Neureiter, Ferdinand. [Selbstanzeige] Ferdinand von Neureiter: Die für den Arzt und ärztlichen Sachverständigen wichtigen Bestimmungen des Entwurfes eines Allgemeinen Deutschen Strafgesetzbuches vom Jahre 1925, in: Wiener medizinische Wochenschrift 77 (1927), S. 959-961, 991-993, 1053-1057. Deutsche Zeitschrift für die gesamte gerichtliche Medizin 11 (1928) : 83
  • von Neureiter, Ferdinand. Die Spuren endokardialer Injektionen an der Leiche. Deutsche Zeitschrift für die Gesamte Gerichtliche Medizin 12 (1928) : 151-155
  • Trey, Fr. ; von Neureiter, Ferdinand. Zum Sturz ins Wasser. Deutsche Zeitschrift für die gesamte gerichtliche Medizin 14 (1930) : 36-43
  • von Neureiter, Ferdinand. Die Geschichte des Rigaer Stadt-Zuchthauses: 1679-1789. Riga : Plates, 1934
  • von Neureiter, Ferdinand. Anfänge gerichtlicher Medizin nach den Stadtrechten des deutschen Mittelalters. Deutsche Zeitschrift für die gesamte gerichtliche Medizin 24 (1935) : 1-7
  • von Neureiter, Ferdinand. Zum Selbstmord durch elektrischen Strom. Deutsche Zeitschrift für die gesamte gerichtliche Medizin 24 (1935) : 406-408
  • Neureiter, Ferdinand von. Über die Bedeutung und den Geltungsbereich der Begriffe "Ehetauglichkeit" und "Eheeignung". Reichsgesundheitsblatt 12 (1937) : 862-863
  • von Neureiter, Ferdinand. Erbpflegerische Maßnahmen im Lettländischen Medizinalgesetz vom 23. Dezember 1937. Münchener Medizinische Wochenschrift 1 (1938) : 797-798
  • Neureiter, Ferdinand von. Die Organisation des kriminalbiologischen Dienstes in Deutschland. Reichsgesundheitsblatt 13 (1938) : 515-516
  • Neureiter, Ferdinand von. Zwei Versager nach der Entmannung aus kriminalpolitischer Anzeige. Monatsschrift für Kriminalpsychologie und Strafrechtsreform 29 (1938) : 476-481
  • Neureiter, Ferdinand von. Die ärztlichen Zeugnisse im Rahmen der amtsärztlichen Untersuchung von Ehekandidaten. Öffentlicher Gesundheitsdienst 4 (1938) : 305-309
  • von Neureiter, Ferdinand. Zum Begriff der Todesursache. Deutsche Zeitschrift für die gesamte gerichtliche Medizin 31 (1939) : 155-161
  • von Neureiter, Ferdinand. Zur gerichtsärztlichen Ethik. Deutsche Zeitschrift für die gesamte gerichtliche Medizin 31 (1939) : 60
  • Neureiter, Ferdinand von ; Pietrusky, Friedrich ; Schütt, E.. Handwörterbuch der gerichtlichen Medizin und naturwissenschaftlichen Kriminalistik in Gemeinschaft mit zahlreichen Fachgenossen des In- und Auslandes. Berlin : Julius Springer, 1940
  • von Neureiter, Ferdinand. Kriminalbiologie. Berlin : C. Heymann, 1940
  • VON NEUREITER Besonderheiten gerichtlich medizinischer ZW7ARXXT
  • von Neureiter, Ferdinand. Die „Vorschriften für das Verfahren bei der gerichtlichen Untersuchung menschlicher Leichen“ vom März 1941. Deutsche Zeitschrift für die gesamte gerichtliche Medizin 35 (1942) : 49-68

Relationships

Thesis supervisor of

Hierarchical superior of

Links to institutions

1Institut für gerichtliche Medizin und Kriminalistik, RUS
Direktor, 1941 - 1944
1893-07-23T00:00:00Z
Private life
Birth
1946-06-07T00:00:00Z
Private life
Death
1937-01-01T00:00:00Z
Private life
Licence to practise medicine
1920-07-26T00:00:00Z
Private life
Thesis
1941-01-01T00:00:00Z
1944-01-01T00:00:00Z
Carreer
{"selectable":false,"max":"1951-01-01T00:00:00Z","min":"1888-01-01T00:00:00Z"}

References

  • Schwarzacher, W.. Ferdinand v. Neureiter zum Gedenken. Wiener klinische Wochenschrift 68 (1956) : 932



À propos de cette page

Rédaction : ©Marquart



  1. 1,0 et 1,1 Schwarzacher, W.. Ferdinand v. Neureiter zum Gedenken. Wiener klinische Wochenschrift 68 (1956) : 932.
  2. 2,0 et 2,1 Herber, Friedrich. Gerichtsmedizin unterm Hakenkreuz. Leipzig : Militzke, 2002. , S. 166.
  3. 3,0 3,1 et 3,2 Herber, Friedrich. Gerichtsmedizin unterm Hakenkreuz. Leipzig : Militzke, 2002. , S. 167.
  4. Klee, Ernst. Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main : Fischer, 2005. , S. 434.
  5. Neureiter, Ferdinand von. Die Organisation des kriminalbiologischen Dienstes in Deutschland. Reichsgesundheitsblatt 13 (1938) : 515-516.
  6. Herber, Friedrich. Gerichtsmedizin unterm Hakenkreuz. Leipzig : Militzke, 2002. , S. 235.
  7. von Neureiter, Ferdinand. Kriminalbiologie. Berlin : C. Heymann, 1940. , S.6.
  8. Herber, Friedrich. Gerichtsmedizin unterm Hakenkreuz. Leipzig : Militzke, 2002. , S. 234.
  9. Neureiter, Ferdinand von. Zwei Versager nach der Entmannung aus kriminalpolitischer Anzeige. Monatsschrift für Kriminalpsychologie und Strafrechtsreform 29 (1938) : 476-481.
  10. Wechsler, Patrick. La Faculté de médicine de la "Reichsuniversität Straβburg" (1941-1945) à l'heure nationale-socialiste. Diss. med.. Strasbourg, 1991. , S.151.
  11. 11,0 et 11,1 Herber, Friedrich. Gerichtsmedizin unterm Hakenkreuz. Leipzig : Militzke, 2002. , S. 115.
  12. Wechsler, Patrick. La Faculté de médicine de la "Reichsuniversität Straβburg" (1941-1945) à l'heure nationale-socialiste. Diss. med.. Strasbourg, 1991. , S. 151.
  13. Herber, Friedrich. Gerichtsmedizin unterm Hakenkreuz. Leipzig : Militzke, 2002. , S. 168.
  14. 14,0 et 14,1 Wechsler, Patrick. La Faculté de médicine de la "Reichsuniversität Strassburg" (1941-1945) à l'heure nationale-socialiste. Diss. med.. Strasbourg, 1991. S. 151.